Besucherbergwerk Schieferstollen Recht setzt auf Imagepflege

Mitteilung des Schieferstollen Recht

 

Angebot für Familien während der Allerheiligenferien

 

Von Gerd Hennen

 

Recht.- Auch vor Halloween macht das Corona-Virus in diesem Jahr keinen Halt.  Was sich in den vergangenen Jahren zu einem Event für groß und klein etabliert hat, musste nun von den Verantwortlichen des Besucherbergwerks Schieferstollen in Recht leider abgesagt werden.  Die Rede ist vom „Grusel untertage“.  Die dynamische Crew um Präsident Didier Landers blickt ohnehin auf ein recht bescheidenes Geschäftsjahr zurück, lässt sich aber nicht entmutigen und setzt demnach auf Innovation und Kreativität.

 

„Leider können wir das Halloween-Event in diesem Jahr nicht wie in den Vorjahren organisieren.  In den vergangenen Jahren hat sich diese Veranstaltung mit ca. 400 Besuchern zu einem wahren Publikumsmagneten gemausert.  Die aktuellen Pandemie-Bestimmungen machen aber diesmal einen Strich durch unsere Pläne, da wir unmöglich die erforderlichen Abstandsregeln einhalten können“, erklärte Didier Landers gegenüber unserer Zeitung. 

 

Weniger als die Hälfte der normalen Besucherzahlen

 

Um den Kindern jedoch „Spaß im Stollen“ zu bieten, gilt für alle unter 12 Jahre freier Eintritt während der Allerheiligenferien. „Wir möchten hiermit ein kleines Zeichen setzen und den Eltern zugleich die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit der ganzen Familie, quasi als sinnvolle Freizeitbeschäftigung, etwas außerhalb der eigenen vier Wände zu erleben“, bemerkte Oswald Lamberty.  Der „Tag der DG Museen“ wurde mittlerweile von Mai und Oktober nun auf November 2021 verlegt, so dass Aktion gefragt ist.  „Wir können und dürfen nicht bis dahin warten und in einen organisatorischen Dornröschenschlaf verfallen“, so die Meinung von Didier Landers. Die Betreiber des Besucherbergwerks fürchten einen Imageverlust, da in der Pandemie-Zeit viele Veranstaltungen und Buchungen nicht stattfinden konnten.  „Als kleiner Museumsbetrieb muss man in aller Munde bleiben. Nur wenn man präsent ist, werden Besucher kommen“, so die Einschätzung.  Während im vergangenen Jahr noch 12370 Besucher registriert wurden, sei man derzeit bereits zufrieden, bis zum Jahresende 6000 Gäste empfangen zu dürfen. 

 

Wenig finanziellen Spielraum

 

Der Lockdown habe einen gehörigen Strich durch die Planungen gemacht, so die beiden Verantwortlichen.  „Kurz vor dem Lockdown konnten wir im Rahmen unserer Bezuschussung anderthalb Mitarbeiter anstellen.  Das war dann schon ein großer Schock, als wir plötzlich komplett dicht machen mussten“, erinnert sich Didier Landers.  Glücklicherweise sei man finanziell abgesichert, da das Besucherbergwerk seit nunmehr zwei Jahren als Museum der DG offiziell anerkannt ist und somit in den Genuss von Funktionsgeldern kommt.  „Nur durch diese gesicherten Einnahmen können wir derzeit finanzielle Verluste vermeiden.  Doch das ist nur eine Seite der Medaille, denn bislang haben wir viele Projekte mit Mitteln aus dem Verkauf und den Eintrittsgeldern finanziert.  Diese Möglichkeiten haben wir derzeit leider nicht mehr“, erklärte Kassierer Oswald Lamberty besorgt.  Die Lage sei zwar noch nicht existenziell  prekär, aber man könne halt nicht mehr viel bewirken oder investieren. „Zeitnah werden wir die beiden Container in direkter Angrenzung zum Empfangshäuschen erneuern müssen.  Diese sind über 30 Jahre alt und entsprechen in keiner Weise den Anforderungen.  Ohne COVID19 hätten wir dieses Projekt sicherlich in diesem Jahr mit Eigenmitteln angestoßen.  Jetzt steht diese Arbeit auf der Warteliste, die mit zunehmender Zeit auch stets länger wird“, so der Stollen-Präsident.  

Warteliste der Investitionen

 

Im vergangenen Jahr wurden die Lichtmittel im Schieferstollen komplett auf energieeffiziente LED umgestellt, neue Notstromaggregate angeschafft und eine imposante Lightshow installiert.  Letztere schlug mit ca. 12000 € teuer zu Buche, vor allem da bereits eine erste Reparatur in Höhe von 2500 € zu beklagen sei.  Diese Reparaturen oder von Amtswegen notwendigen Investitionen seien stete Unbekannte in der Finanzplanung.  „Wir müssen aber nach vorne schauen und innovativ bleiben.  Daher war die Installation der Sound- und Lightshow auch eine wichtige und richtige Investition in die Zukunft“.   

Auch langfristig möchten die Schieferstollenverantwortlichen mit dem Bau einer neuen Infrastruktur die Zukunft des Besucherbergwerks garantieren. „Bei uns sind interne Überlegungen angelaufen, die derzeit sondiert und geprüft werden.  Zusammen mit Experten, die bereits bei der Planung des Museums in Kelmis mit von der Partie waren, gilt es eine Bedarfsanalyse zu erstellen, bevor wir dann einen entsprechenden Finanzrahmen und einen Finanzierungsplan ausarbeiten.  In diesem Punkt stehen wir noch ganz am Anfang des Projektes.  Wir werden dieses Projekt nicht aus den Augen lassen und hoffen, dass uns die Pandemie nicht noch länger in Atem hält und organisatorisch ausbremst“.

 

Pläne für die Zukunft

 

Dieses Bauvorhaben zielt in die Richtung der besseren Außendarstellung. „Wir haben ein tolles Bergwerk, doch die wenigsten wissen davon.  Es ist doch recht befremdlich, dass Ostbelgienurlauber den Schieferstollen bereits mehrfach besucht haben, während Hiesige den Weg nach Recht noch nicht gefunden haben“, meinte Oswald Lamberty.  Ein erster Schritt in eine bessere Außendarstellung stellt mit Sicherheit die geplante Infoveranstaltung mit den politischen Verantwortlichen der Gemeinschaft und der Kommunen dar. „Wir möchten in einem breiten Konsens die Zukunft unseres Kulturerbes gestalten, damit wir unser Ziel, den Schieferstollen und damit auch gleichsam die Geschichte unseres Dorfes und einer ganzen Gegend für die Nachwelt zu erhalten“, äußerte sich Didier Landers.  Trotz der klammen Kassen bleiben die Betreiber zuversichtlich und ideenreich.  So konnte in Eigenregie der kleine Platz vor dem Besucherbergwerk instand gesetzt und mit einer Infotafel bereichert werden.

 

Bessere Außendarstellung

 

„Das Besucherbergwerk bildet auf der Wanderroute einen so genannten Knotenpunkt dar.  Die Wanderfreunde kommen also direkt am Schieferstollen vorbei, so dass wir versuchen, mit diesen Infos und der Möglichkeit der Einkehr etwas für uns zu werben und den einen oder anderen zu einem Abstecher untertage zu bewegen.  Das ist eine tolle Chance der Eigenwerbung“.  Auch sind für Frühjahr 2021 insgesamt vier doppelseitige Informationstafeln zu den Themen Geologie, Gesteinsarten, Mineralien und einigen mehr vorgesehen.  Die beiden bekannten Wissenschaftler Jean-Marc Marion von der Uni Lüttich sowie der ostbelgische Uniprofessor Thomas Servais von der Uni Lille stellen derzeit den Inhalt dieser Schautafeln zusammen.  Des Weiteren sorgen zwei Infotafel auf der RaVel-Anbindung in Recht, eine Panoramatafel auf Batzborn sowie eine Bandenwerbung beim FC Olympia Recht für weitere Werbewirksamkeit.  „Wir haben beschlossen, sichtbarer zu werden.  Hierzu nutzen wir jede Gelegenheit“, meinte Oswald Lamberty.  Auch eine komplette Neugestaltung der in die Jahre gekommenen Webpräsenz sei vorgesehen.  „Wir haben unsere Homepage nun schon 10 Jahre; es wird langsam Zeit, dass da neu aufpoliert und neue Inhalte reinkommen“, erklärte Didier Landers abschließend. 

 

 

Weitere Infos:

E-Mail: info@schieferstollen-recht.be,

Tel. 080/57 00 67 oder 0479/ 63 48 75.

www.schieferstollen-recht.be